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Fruchtfliegen bekämpfen: Mit Essig in die Falle locken

Fruchtfliegen sind zwar nicht gefährlich. Viele empfinden sie trotzdem als eklig. Was dagegen hilft
von Bettina Dobe & Roland Mühlbauer, aktualisiert am 07.07.2016

Die winzigen Fruchtfliegen lassen sich gerne auf fauligem Obst nieder

Imago Stock & People/Blickwinkel

Igitt! Gestern schwebte nur eine winzige Fliege durch die Küche, heute sitzt schon ein ganzer Schwarm der Mini-Fliegen in der Obstschale. Viele Menschen ekeln sich vor Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster) und entsorgen das Obst, auf denen sich die Insekten so gern niederlassen.

Das muss aber nicht sein: "Die Insekten sind nicht gefährlich", entwarnt Heidrun Schubert, Fachberaterin für Lebensmittel und Ernährung von der Verbraucherzentrale Bayern. Laut Expertin sind die Mini-Insekten, die auch Obstfliegen, Taufliegen, Gärfliegen, Mostfliegen oder Essigfliegen heißen, gesundheitlich unbedenklich. Selbst wenn sie schon auf dem Obst gesessen haben, ist der Genuss normalerweise kein Problem, wenn das Obst vor dem Verzehr gründlich gewaschen wird. Anders als so manche andere Fliegenart, übertragen Fruchtfliegen üblicherweise keine Krankheiten. Wahrscheinlich hat jeder von uns schon einmal eine Larve in Obstsorten wie Kirschen mitgegessen, ohne es zu merken.

Tipps: Obstfliegen loswerden

Welche Hausmittel helfen gegen die geflügelten Fruchtfans, von denen es in Deutschland rund 50 verschiedene Arten gibt? Um die Tiere erst gar nicht anzulocken, rät die Expertin dazu, Obst in geringeren Mengen einzukaufen und im Sommer vielleicht sogar im Kühlschrank aufzubewahren, sofern es die Sorte zulässt. Die Insekten vermehren sich nicht bei Kälte und die bereits vorhandenen Larven wachsen langsamer. Am besten bewahrt man Früchte unter einem engmaschigen Gitter auf. So kommen die Fliegen gar nicht erst an die Leckerbissen ran. "Lassen Sie auch keine Speisereste auf Tellern herumliegen", sagt Schubert. Das lockt Obstfliegen ebenfalls an. Im Sommer sei es ratsam, den Müll häufiger zu leeren, da sich die Insekten auch darüber hermachen. Da auf Früchten oft Larven sitzen, sollte man Obst vor Verzehr immer gründlich mit warmem Wasser waschen. Doch der einfachste Tipp ist: "Verbrauchen Sie das Obst am besten sofort", rät Schubert.

Unwiderstehlich sind für die Fruchtfliegen auch leere Wein-, Saft- und Essigflaschen: "Wein und Essig werden durch Gärprozesse hergestellt. Dieser Duft zieht vor allem die Männchen an", erklärt Schubert. Deshalb rät sie: "Man sollte leere Saft- oder Weinflaschen ausspülen oder fest verschließen."

Fruchtfliegenfalle mit Wasser, Saft, Essig und Spülmittel

imago Stock & People / Teutopress

Fruchtfliegenfalle selber machen

Es gibt Fruchtfliegenfallen im Handel. Schubert rät davon aber eher von solchen Ködern ab: "Die Fallen können Fruchtfliegen erst recht anlocken." Um einer Taufliegenplage Herr zu werden, nennt sie einen einfachen Trick: "Mischen Sie in einer kleinen Schale einen Schuss Wasser, Fruchtsaft und Essig und geben Sie einen Tropfen Spülmittel hinzu", rät sie. Essig und Saft locken die Taufliegen an. Das Spülmittel zerstört die Oberflächenspannung des Wassers und die Mini-Fliegen ertrinken im Gemisch. Wichtig: Stellen Sie sicher, dass niemand das Glas versehentlich für ein leckeres Getränk hält! Innerhalb kurzer Zeit sollte die Küche wieder frei von Insekten sein. So können Sie Ihr Obst ohne freche Mitesser genießen.

Wer die Fliegen ohne Essig bekämpfen und nicht töten will, kann sie auch lebend fangen: Einfach eine leere Plastiktüte offen auslegen, in der sich ein fruchtiger Köder befindet. Das kann zum Beispiel eine Bananenschale sein. Wenn die Obstfliegen auf dem Köder gelandet sind, die Tüte verschließen, nach draußen tragen und die kleinen Frucht-Gourmets weit weg vom eigenen Haus wieder freilassen.

Fettkraut verdaut Fruchtfliegen

dpa Picture-Alliance / Westend61

Es gibt auch fleischfressende Pflanzen, die Fruchtfliegen erbeuten, zum Beispiel Fettkraut oder Sonnentau. Sie nutzen die Insekten als Stickstoffquelle: Die Fliegen bleiben an den klebrigen Blättern der Pflanze hängen und werden von ihr verdaut. Ob einzelne Pflanzen tatsächlich effektiv ganze Obstfliegeninvasionen verhindern können, ist allerdings sehr fraglich. Und weil sie auch umsichtig gepflegt werden sollten, sind sie eher nur interessant für Pflanzenliebhaber.

Wie Fruchtfliegen in die Küche gelangen

Fruchtfliegen heißen auch Taufliegen, weil sie vor allem morgens und abends durch die Luft schwirren. Die Insekten kommen auf zwei Arten in unsere Küchen: Angezogen vom Geruch des Obstes gelangen sie durch das offene Fenster hinein. Sie nehmen leicht fauliges Obst über längere Strecken wahr, während wir die schadhafte Stelle in der Schale gar nicht bemerken. Die zweite Möglichkeit: "Die Taufliegen sind bereits als winzige Eier auf dem Obst vorhanden, wenn wir es aus dem Garten mitbringen oder kaufen", sagt Schubert. So tragen wir selbst die Insekten in unsere Küche, ohne es zu ahnen.

Aus den Eiern schlüpfen bald viele Larven: "Ein Weibchen kann bis zu 400 Eier legen", sagt Schubert. Unter guten Bedingungen dauert es nur zehn Tage, bis diese Generation wieder Eier legen kann. Das erklärt, warum die Fliegen explosionsartig auftreten: Theoretisch können nach wenigen Wochen Millionen von Tieren aus einer Larve entstehen. Vermutlich schätzen es nur Wissenschaftler sehr, dass die Insekten sich so rasch vermehren: Dadurch eignen sie sich gut zu Forschungszwecken.

Leibspeise faulendes Obst

Fruchtfliegen fühlen sich besonders wohl, wenn es warm ist und wenn ihr Lieblingsfutter vorhanden ist: fauliges Obst und beschädigtes Fallobst. Unversehrtes, frisches Obst interessiert die Insekten wenig. "Die Larven können die intakte Schale von Früchten nicht durchdringen", sagt die Expertin. Sobald das Gewebe aber beschädigt ist, haben sie eine Angriffsfläche. Wer zum Beispiel Weintrauben vom Stiel dreht, lässt an dieser Stelle das Fruchtfleisch ungeschützt. Dort können die Larven in die Traube eindringen.

Oft hat man den Eindruck, dass Obst rascher verdirbt, wenn Fruchtfliegen in der Küche sind. Das stimmt nur zum Teil: Hefepilze und Bakterien, die das Obst gären lassen, kommen natürlicherweise auf allen Früchten vor. Am Baum oder Strauch ist die Schale intakt und die Mikroorganismen können nicht eindringen – erst, wenn die Früchte beschädigt sind. Aber auch Fruchtfliegen schleppen diese Hefepilze mit sich herum. "Sie verbreiten die Hefen – und so setzt schneller die Gärung ein", sagt Schubert.



Bildnachweis: imago Stock & People / Teutopress, Imago Stock & People/Blickwinkel, iStock/vikif, dpa Picture-Alliance / Westend61

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